Dynamischer Brandschutz bei Chemische Fabrik Karl Bucher GmbH

Optimierung des technischen Brandschutzes in der Chemieanlage
#Fire #Löschroboter #FT10e #Stationäre Löschanlage

Das Familienunternehmen Chemische Fabrik Karl Bucher GmbH im bayrischen Waldstetten, im Süden Deutschlands, steht als Hersteller von Spezialchemikalien vor besonderen brandschutztechnischen Herausforderungen. Historische Gebäudestrukturen, eine enge Bebauung sowie der Umgang mit korrosiven Substanzen – etwa Chlorsilanen – machen den Brandschutz im Betrieb besonders anspruchsvoll. Die zuvor installierten, manuell bedienbaren Löschmonitore boten nur begrenzte Reichweite und Effizienz.

Einsatz von stationären Löschturbinen

Die Entscheidung für eine halbautomatische Löschanlage mit Wassernebelturbinen von EmiControls führte zu deutlichen Verbesserungen. Die Turbinen können schnell aktiviert werden und erzeugen einen feinen Wassernebel, der für effektive Kühlung und Brandkontrolle sorgt. Durch die große Wasseroberfläche des Nebels wird Wärme optimal abgeleitet und auch versteckte Brandherde werden erreicht – ein klarer Vorteil in den engen, verwinkelten Anlagenbereichen. Zudem zeigt sich der Wassernebel als wirkungsvoll bei der Niederschlagung von Gasen.

Neben der einfachen Fernsteuerung bieten die Turbinen die Möglichkeit, Löschschaum einzusetzen und durch voreingestellte Sektoren einen größeren Wirkungsbereich abzudecken. Der Löschstrahl kann individuell angepasst werden – je nach Brandherd oder betroffener Anlagensektion.

Implementierung und Herausforderungen des Projektes

Die Integration der neuen Löschturbinen in das bestehende System bei Karl Bucher erforderte Anpassungen an die Löschwasser-Infrastruktur und Abstimmungen mit Behörden, da die Genehmigung für diese Technologie in Chemieanlagen bislang noch neu ist. Die Turbinen werden über zentrale Löschwasserleitungen versorgt, wodurch ein konstanter Wasserdruck gewährleistet ist.

Durch die Automatisierung ist nun ein prompter Erstangriff mit großem Wasservolumina auch vor Eintreffen der Feuerwehr möglich. Die Umsetzung erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen EmiControls als Hersteller der Turbinen und den Sachversicherern, wodurch ein optimal auf die Anlage abgestimmtes Brandschutzsystem entstand. Eine Erweiterung der Anlage befindet sich bereits in Umsetzung.

Löschturbinen-Löschroboter

Ergänzend zur stationären Anlage steht im Betrieb ein Löschroboter TAF35 bereit. Dieser ferngesteuerte Roboter kann zur Schadstoffniederschlagung auf Entfernung eingesetzt werden. Die auf einem Raupenfahrwerk montierte Turbine eignet sich zudem für Be- und Entlüftungsmaßnahmen innerhalb des Chemiebetriebs.

Mit diesem umfassenden Maßnahmenpaket hat Karl Bucher Chemie einen bedeutenden Schritt in Richtung präventiver Brandschutz gemacht – und die Sicherheit im Unternehmen deutlich erhöht, ohne zusätzliche personelle Ressourcen zu binden.

Beim Symposium „Feuerwehr Aktuell“ in Bad Dürkheim vom 19. bis 20. September 2024 hielt Herr Franziskus Fuchs von der Chemischen Fabrik Karl Bucher GmbH im Rahmen des Symposiums der Werkfeuerwehren einen Fachvortrag zum Thema „Optimierung des technischen Brandschutzes durch Umrüstung auf stationäre und mobile Wassernebelturbinen“. Den entsprechenden Fachbeitrag in der zugehörigen Fachzeitschrift des WFV finden Sie hier zum Nachlesen.